"Maybe theory is biography, presenting it is a lecture, and doing a lecture is performing.
Thank you for your attention. I'd be glad to answer any questions you might have."
(Xavier Le Roy)
Lecture performances have become a popular artistic format in recent years. Even though formally quite limited they offer unique and complex possibilites and challenges: Lecture as performance, reflection as self reflection, content as form, language as action. This blog accompanies the series of lecture performances, organized by Unfriendly Takeover in Frankfurt. Please feel free to post comments, critique, essays, bibliographies or just short remarks around the genre of lecture performances. As an continuing, ever changing definition in progress.

die realität der rose

was bei Gertrude Stein als Kinderspiel beginnt - ein Mädchen umrundet einen Baum mit der berühmten Satzkette der Rose - hatte (nicht nur für mich) recht ernsthafte Konsequenzen: Wo hört das Spiel auf und beginnt die Realität? Wo ist sie denn nun, die Realität hinter der sich endlos be- und weiterschreibenden Rose? Mit der lecture-performance "a rose is" kam dann ein weiteres Spiel hinzu, oder: nicht nur eines, eine verspielte Verschachtelung von virtuellen und realen Sprechern, Interview-, Alltags-, Computerspielfetzen, die sich recht kollegial verbündeten, um gänzlich die Realität des Augen-Blicks in die Relativität des Blicks zu überführen... des Blicks aus dem Monitor hinaus auf einen unsichtbaren Interviewpartner, des Blicks auf sich selbst durch die spiegelnde Kamera, die Blickwechsel zwischen Vortragenden und Gästen. Performance, lecture, lecture performance... über das Spiel mit Text und unwillkürlichen Antworten aus dem Bildschirm habe ich die Form völlig vergessen, wüsste nicht, warum dieses Format nun "lecture performance" heißen sollte - aber vielleicht war das ja die Qualität des Spiels, aus dem formalen Rahmen hinaus in eine - was für eine? - "wirkliche" Auseineinandersetzung.Ich musste, kurz vor diesen Zeilen, an Ralph Bauers "Never Promised Rosegarden" denken, eine kleine Tüte, die wohl ein paar Blumensamen enthält und hoffentlich ihren Weg über die Verteiler in Frankfurt findet. Mit diesem kleinen Tütchen verhält es sich nämlich ähnlich: es verspricht, den unversprochenen Rosengarten endlich Realität werden zu lassen... aber wer weiß, was sich in diesem Format verbirgt?
Neugier ist auch ein guter Grund, dranzubleiben an der "lecture performance Reihe". Vielleicht der beste. Bettina