"Es gibt keine Fixpunkte im Raum" (Merce Cunningham)
"Es gibt immer ein Loch im Zaun" (CP)
Die stringente autobiographische Spurensuche in dieser performativen Lecture von Thomas Plischke & Kattrin Deufert machte die Zerreißprobe deutlich, die die beiden Künstler gezielt in ihrer gemeinsamen Arbeit provozieren:
Sie zeigte ein starkes Experiment, ausgehend von emotionalen Krisen als Fragen an sich selbst und die eigenen Konsequenzen, die daraus resultieren, hin zu risikofreudiger, prozessualer Formfindung - obsessiv revisited. Weiter verschärft, weiter komponiert, weiter in den roten Faden Leben eingestrickt. -
Zwar kann man sich ja immer mehr oder weniger von diesem und jenem wünschen - mehr Selbstironie hier, weniger Sentiment dort, Verdichtung insgesamt, aber dennoch war ich sehr beeindruckt von diesem Abend, inspiriert von der Konsequenz des Gesehenen.
Auch beschäftigte mich hinterher die Frage, ob die Schlichtheit des Rahmens und set ups nicht eine viel grundsätzlicher interessante Richtung für Thomas & Kattrins Arbeit sein könnte - weg also vom "Tanz-Theater". Konzentriert erzählerischer vielleicht, mittels Text, Video und Musik, statt mittels Tanz, Licht, Raum, etc., wie vergleichbar in anderen ihrer Arbeiten. - Ist aber nur eine Frage am Rande und tut an dieser Stelle (eigentlich) nichts zur Sache...
Eines war sie jedenfalls nicht, diese lecture Performance - eine Masche.
Bzw. - auf gut lecture-english gesagt -
not the latest kick.