"Maybe theory is biography, presenting it is a lecture, and doing a lecture is performing.
Thank you for your attention. I'd be glad to answer any questions you might have."
(Xavier Le Roy)
Lecture performances have become a popular artistic format in recent years. Even though formally quite limited they offer unique and complex possibilites and challenges: Lecture as performance, reflection as self reflection, content as form, language as action. This blog accompanies the series of lecture performances, organized by Unfriendly Takeover in Frankfurt. Please feel free to post comments, critique, essays, bibliographies or just short remarks around the genre of lecture performances. As an continuing, ever changing definition in progress.

Wie das ist mit dem Erhabenen

Wie das ist mit dem Erhabenen, erklärt David Weber-Krebs.
Was eigentlich eine Lecture Performance ist, fragt die Frankfurter Kuratorengruppe unfreindly Takeover in ihrer neuen Reihe. Immer häufiger nämlich begegnet uns dieser Zwitter aus theoretischem Diskurs und praktischem Zeigen, meist auf einer Bühne oder in einem der Kunst gewidmeten Raum. Wie so ein Abend ist, wenn er gut ist, hat David Weber-Krebs mit "The consequence of infinite endings" im Frankfurter Künstlerhaus Mousonturm gezeigt.

Wie schon in seinem Stück "This performance", das er im Oktober 2004 gezeigt hat, geht es Weber-Krebs um das Große im Kleinen. Das Erhabene ist sein Thema und ihm nähert er sich: Petrarca auf dem Mont Ventoux, die Wanderer bei Caspar David Friedrich, die, vom Betrachter kontempliet, ihrerseits die Natur kontemplieren - mag sich auch noch eine weietre theoretische Matrjoschka auftun, da scheint es noch relativ gut faßbar, das Erhabene. Wo aber steckt es heute, beim Hören von Neuer Musik, die an die Stille grenzt, bei Filmen, die ablaufen, bei Tanz, dessen Bewegungen sich bis zum Stillstand reduzieren? Liegt das Erhabene in der Kunst, in der Natur - oder im Betarchter, der stets zurückbleibt?
Geistreich und präzise geht Weber-Krebs seiner Frage nach, zeigt Bilder, Filmausschnitte, demonstriert selbst das Verschwinden einer Tanzsequenz. Und dann landet er mit dem ersten Text über das Erhabene, jenem des Longinus, bei der Rhetorik - und so, in einer gewitzten Volte, bei seiner eigenen Performance und ihren Mitteln. Was zu beweisen war.
Eva-Maria Magel